Kredit von Privatpersonen

Der Kredit von Privatleuten ist eine ausgezeichnete Lösung um der Abhängigkeit von Banken mit deren hohen Eigeninteressen zu entgehen. Für den Kredit von Privatleuten kommt einerseits ein Kredit aus dem Familien oder Freundeskreis in Frage oder ein Kredit von dritten Geldgebern bzw. Investoren. Aber egal mit wem der Kredit von Privat ausgehandelt wird, sollte er in einem Kreditvertrag schriftlich fixiert werden, obwohl es sich um ein nicht formvorschriftspflichtiges Rechtsgeschäft handelt, d.h. auch mündlich abgeschlossen werden kann. Mit einem schriftlichen Kreditvertrag haben Sie im Streitfall eine solide Beweislage, weil auf den schriftlichen Vertrag zurückgegriffen werden kann. Bei der Vertragsgestaltung sollten Sie mindestens auf die nachfolgend aufgeführten Punkte achten, wobei diese nur den Leitfaden darstellen, den Sie nach Belieben ergänzen und der Situation anpassen können.

 

Kredit von Privat: Kreditsumme

Im Kreditvertrag sollten Sie genau die Kreditsumme festlegen, um hier Missverständnisse, Nachforderungen oder Abzüge vermeiden. Vereinbaren Sie den Kreditbetrag so hoch, dass Sie damit für Ihren beabsichtigen Verwendungszweck zu Recht kommen, andererseits so niedrig, dass Sie nicht von Zins- und Tilgungsraten erdrückt werden.

Laufzeit des KreditesKredit von Privatleuten

Bei einem privaten Kredit sollte immer für eine feste Laufzeit vereinbart werden. Dann ist allen Beteiligten klar, wann der Kredit zurückgezahlt werden muss. Wird die Laufzeit im Kreditvertrag nicht geregelt, erfolgt eine Rückzahlung erst nach Kündigung durch den Kreditnehmer oder Kreditgeber. Die Kündigungsfrist beträgt gemäß § 488 Abs. 3 BGB drei Monate. Im Kreditvertrag können aber auch andere Kündigungsfristen vereinbart werden.

Zinsen

Neben der Zinshöhe sollten Sie festlegen, in welchem Turnus die Zinsen berechnet werden und wann der Kreditnehmer Zinsen zahlen muss: am Ende des Jahres oder erst bei Tilgung des Darlehens. Achtung: Die Zinsen sollten nahe am Marktzins festgelegt werden, da sonst die Gefahr besteht, dass das Finanzamt den Kredit als Schenkung sieht, was auch bei einem Kredit von Privatleuten unangenehme steuerliche Konsequenzen haben kann.

Rückzahlung/ Tilgung

Es sollte eine Vereinbarung darüber getroffen werden, ob das Darlehen in monatlichen, quartalsmäßigen oder jährlichen Raten zurückgezahlt wird oder am Ende der Kreditlaufzeit in einer Summe. Bei einer monatlichen Tilgungsleistung kann die Zahlung besser verfolgt werden und reduziert damit auch das Risiko, dass der Kredit nicht zurückbezahlt wird. Die Anzahl der aufeinanderfolgenden Raten sollte im Kreditvertrag genau festgelegt sein.

Verzug

Regelungen zum Verzug und den Verzugszinsen sind üblich und auch sinnvoll. Zu späte Tilgungs- oder Zinszahlungen begründen Verzugszinsen. Sie werden nach den allgemeinen Verzugsregelungen bemessen. Nach § 288 Abs. 1 BGB liegt der regelmäßige, jährliche Zinssatz fünf Prozentpunkte über dem Basiszinssatz. Auf der Webseite der Bundesbank kann man den aktuellen Basiszinssatz nachlesen, der aber auch im Bundesanzeiger veröffentlich ist.

Sicherheiten

Bei höheren Kreditsummen, deren Ausfall für den Kreditgeber bedenklich sein könnte, sollten Sicherheiten vereinbart werden. Das bietet eine zusätzliche Absicherung für den Fall, dass der Kredit nicht zurückgezahlt wird und erhöht die Chancen einen Kreditgeber zu finden. Es gibt eine ganze Reihe von möglichen Kreditsicherheiten, die je nach Situation des Grundgeschäftes mehr oder weniger vorteilhaft sein können. Die stärkste Form einer Sicherheit ist dabei die Grundschuld, die im Grundbuch einer eventuell vorhandenen Immobilie eingetragen wird. Die Eintragung ist jedoch formvorschriftspflichtig und kann nur durch einen Notar erfolgen.

  • Grundschulden
  • Bürgschaft
  • Sicherungsübereignung
  • Abtretung Lebensversicherung
  • Forderungsabtretung

Notarielles Schuldanerkenntnis bei Kredit von Privatleuten

Da im Sicherungsfall die Verwertung der Sicherheit durch den Kreditgeber selbst erfolgt, sollte bei entsprechenden Kreditsummen ein notarielles Schuldanerkenntnis mit Vollstreckungsunterwerfung vereinbart werden. So muss der Kreditgebergeber vor einer Zwangsvollstreckung zumindest kein gerichtliches Verfahren anstrengen. Der Kreditgeber muss dazu allerdings zum Notar. Erst nach Vorlage des notariellen Schuldanerkenntnisses sollte der Kreditbetrag ausgezahlt werden. Für kleinere Kredite ist eine notarielle Schuldanerkenntnis meist nicht sinnvoll, da damit auch Kosten verbunden sind, die dann u.U. über dem Nutzen liegen. > Abstraktes notarielles Schuldanerkenntnis

Kündigung Kreditvertrag

Wenn Sie bei Abschluss des Kreditvertrages einen genauen Zeitpunkt festlegen, zu dem der Kredit von Privat zurückgezahlt sein muss, ist eine ordentliche Kündigung nicht mehr notwendig. Wird die Dauer des Kreditvertrags nicht festgelegt, muss er vor der Rückzahlung gekündigt werden. Sollte sich der Kreditnehmer in Verzug befinden oder die vereinbarte Sicherheit nicht liefern, kann der Kreditgebergeber den Vertrag vorzeitig aus wichtigem Grund kündigen. Die Gründe für eine vorzeitige Kündigung sollten dabei separat aufgeführt werden und können z.B. im Vermögensverfall des Kreditnehmers liegen.

Sollten Sie sich beim Abschluss des Kreditvertrages für einen Kredit von Privatleuten unsicher fühlen, ist es unbedingt empfehlenswert Ihren Steuerberater oder Rechtsbeistand zu Rate zu ziehen.  Beim Thema Zinsen und Kredite hilft oft ein cleverer Kreditvergleich, wie beispielsweise von www.guenstigefinanzierung.net