Investoren finden

Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, Vorhaben, Projekte, Güter, Dienstleistungen etc. zu finanzieren. Eine davon ist die Finanzierung über Investoren, die sich am Unternehmen oder einem Projekt beteiligen und entsprechendes Kapital zur Verfügung stellen. Das kann z.B. in Form einer Beteiligung oder auch in Form eines Kredites geschehen. Investoren finden ist bei guten Projekten in der Regel kein größeres Problem. Aber wie genau funktioniert die erfolgreiche Investorensuche wirklich?

Aktuell befinden sich die Zinsen auf einem historischen Tiefstand und die Geldmenge wird von der Europäischen Zentralbank (EZB) weiterhin aufgebläht. Die gesamtwirtschaftliche und gesamtpolitische Situation in Europa ist höchst bedenklich und motiviert wenig in die klassischen Anlageformen zu investieren. Investoren suchen aktuell nach Anlagen mit Perspektive.

Viele Gründe sprechen für private Investoren

Es gibt vielerlei Gründe, Investitionen nicht mehr über die klassischen Bankinstrumente, sondern über private Investoren zu finanzieren. Das beginnt bei der Gründung von Start Ups und endet bei der klassischen Finanzierung von Wohnungseigentum. Zu oft verspekulierten sich in der Vergangenheit selbst renommierte Bankhäuser und mussten die Notbremse ziehen. Dazu gehört eben auch der Verkauf von Krediten. Wo man den Kredit noch bei seinem vertrauten Bankberater abgeschlossen hat, ist nach dem Auslauf der Zinsbindungsfrist bei der Verlängerung des Kredites irgendeine Bank im Ausland der Ansprechpartner, die aber womöglich gar kein Interesse hat, den Kredit zu verlängern oder die Konditionen beizubehalten. Diese Bank ist vielleicht mehr daran interessiert, die Immobilie einer Zwangsversteigerung zuzuführen, selbst günstig einzukaufen um dann den Gewinn bei einem freihändigen Verkauf zu machen.

Gerade Selbstständige oder Unternehmen klagen auch oft über die Gängeleien, die man sich oft von seiner Hausbank gefallen lassen muss. Unter allen Perspektiven ist es sinnvoll, sich in kein Abhängigkeitsverhältnis mit seiner Hausbank zu bringen, welche auch oft Ansprechpartner für Versicherungsfragen, Kontoführung, Vermögensanlagen, Kredite oder Immobilienfragen ist. Es macht weit mehr Sinn, die einzelnen Vorgänge zu trennen und verschiedene Ansprechpartner zu haben, die wirtschaftlich unabhängig voneinander agieren.

Einen oder mehrere Investoren für Kredite zu finden ist dabei nicht schwierig. Investoren, Kapitalanleger, Geldgeber etc. haben in der Regel andere Interessen als Sparer, die Zinsen bei Ihrer Hausbank erwirtschaften wollen. Investoren finden kann man z.B. über spezialisierte Plattformen wie Smava, Auxmoney oder privatkapitalmarkt, die sich in jeweils verschiedenen Bereichen etabliert haben. Alternativ gibt es auch regionale Investmentvereinigungen, die sich wiederum unterteilen in Business Angels oder Venture Capitalists.

Investoren finden – die Rendite ist entscheidend

Die grundsätzliche Frage ist, wofür man einen Investor tatsächlich braucht. Sicherlich geht es darum, Kapital zu generieren, aber dafür gibt es viele Möglichkeiten. Investoren bindet man vornehmlich dann ein, wenn der Kapitalbedarf hoch ist und sich nicht z.B. durch einen Kredit decken lässt. Wobei natürlich auch Investoren Kapital in Form von Krediten zur Verfügung stellen können.

Ist der Kapitalbedarf eher überschaubar, sollte man einen Bankkredit in Erwägung ziehen. Im Augenblick sind günstige Kredite sehr einfach zu bekommen, da sich der Leitzins auf Rekordtief befindet. Je nachdem, um welches Vorhaben es sich handelt kann man auch über einen Kredit der KfW nachdenken, der u.U. sogar noch günstiger ist, da mit Fördermitteln ausgestattet.

Wenn es jedoch triftige Gründe gibt, die gegen einen institutionellen Kredit sprechen und man doch eher einen Investor einbinden möchte, sollte man sich als Vorbereitung für die erfolgreiche Investorensuche die Intention eines Investors überlegen. Warum investieren Menschen in Firmengründungen, Entwicklungen etc. anstatt das Geld bei der Bank oder in Wertpapieren anzulegen? Die Geldanlage bei einer Bank oder auch in festverzinslichen Wertpapieren ist eine sichere Anlageform, bringt aber aktuell nur eine niedrige Rendite. Menschen, die ihr Kapital auf diese Art investieren bzw. anlegen, sind in der Regel wenig risikofreudig und verzichten auf hohe Renditen zugunsten von Sicherheit.

Investoren sind Menschen, die Wert auf eine hohe Rendite legen. Die Rendite kann dabei entweder durch monatliche Erträge erwirtschaftet werden oder im Falle einer Firmenbeteiligung durch den Verkauf der Anteile, nachdem diese an Wert gewonnen haben. Natürlich ist auch eine Kombination von laufenden Erträgen und Rendite aus dem Verkaufserlös möglich. Investoren finden ist also eine Frage der Rendite.

Investoren kosten Geld

Wenn man sich dieses bewusst gemacht hat, dass Investoren in der Regel risikoorientiert arbeiten, ist man bereits auf dem richtigen Weg. Investoren sind keine Sparer! Auf diversen Plattformen findet man z.B. oft Firmengründer auf der Investorensuche, die sich eine Rendite von 2-3% für den Investor vorstellen. Damit wird die Investorensuche wenig erfolgreich verlaufen.

Jeder Investor ist sich der Tatsache bewusst, dass eine Investition auch negativ verlaufen kann, was bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen kann. Das wiederum bedeutet, dass ein Investor so planen und entschieden muss, dass andere Investitionen diesen Schaden wieder kompensieren. Das Feld der Investoren teilt sich hier in verschiedene Risikoklassen auf. Manche Investoren erwirtschaften im Durchschnitt 8-10% Rendite, andere erwarten im Durchschnitt 10-20% Rendite oder auch mehr. Aber um solche Durchschnittszahlen zu erwirtschaften, muss die Rendite beim Einzelprojekt deutlich darüber liegen, um eventuelle Verluste zu kompensieren.

Investoren finden ist letztendlich die Balance zwischen Risiko und Rendite, die man einem Investor bietet. Je geringer das Risiko und umso höher die Rendite, welche der Investor erwirtschaften kann, umso erfolgreicher wird die Suche nach Investoren verlaufen.

Der Businessplan ist Standard

Für die erfolgreiche Investorensuche ist eine aussagekräftige Präsentation eine unablässige Voraussetzung. Hierfür hat sich international ein nahezu standardisierter Businessplan, bzw. Geschäftsplan etabliert. Der Businessplan gibt einen Überblick über das Gesamtprojekt und versetzt den potentiellen Geldgeber in die Lage, sich in kurzer Zeit in das Projekt einzulesen. Es reicht hierzu aber nicht nur ein kurzer Überblick, sondern der Businessplan sollte u.a. das Grundkonzept der Idee, die Finanzierung, die Rentabilität, das Marketing und letztendlich auch die Unternehmerkompetenzen erkennen lassen. Das Marketing ist jedoch nicht auf die Werbung beschränkt, sondern beginnt bei der Marktanalyse, deckt die Produktentwicklung bis hin zum Vertrieb ab.

Nur ein wirklich durchdachter Businessplan wird einen professionell agierenden Investor begeistern können.

Investorensuche frühzeitig beginnen

Viele Gründer beschäftigen sich nicht nur monate- sondern gar jahrelang mit der Ausarbeitung der perfekten Geschäftsidee. Erst wenn die Idee fertig entwickelt ist und eigentlich der Markteintritt erfolgen könnte, stellt sich bei vielen die Frage der Finanzierung. Dieses kann man so machen, wobei es weitaus sinnvoller ist, potentielle Investoren schon weit aus früher anzusprechen und in der Entwicklungsphase einzubinden. Mit dieser Strategie bindet man potentielle Investoren emotional an das Projekt. Und kann damit dem kostenintensiven Markteintritt beruhigt entgegenblicken, wenn man einen oder mehrere Investoren sicher an seiner Seite weiß.

Auch die Investorensuche kann sich über einen längeren Zeitraum hinziehen. Deswegen ist es sinnvoll frühzeitig damit zu beginnen.

Ehrlich mit Investoren umgehen

Viele Investoren beschränken sich auf Themen, in denen sie selbst eine hohe Fachkompetenz verfügen. Wenn ein Geschäftsplan z.B. geschönt ist und damit in den Augen eines professionellen Investors auch unrealistisch erscheint, bedeutet dieses oftmals das Ende dieser potentiellen Beziehung. Hier gilt es offen und ehrlich mit potentiellen Investoren umzugehen und im Zweifelsfall mehrere Szenarien zu entwickeln.

Auch wenn die eigene Reputation Defizite aufweist, sollte man dieses offen und ehrlich kommunizieren. Jeder Investor wird vor einer größeren Investition eine eigene Due Diligence durchführen und dabei Defizite in jeglicher Hinsicht erkennen.