Das Bargeldverbot ist seit vielen Jahren in der Politik ein Thema, doch im Augenblick ist das Thema stark im Vormarsch. Seit Jahren gibt es in europäischen Mitgliedsländern wie Italien, Spanien, Griechenland, Belgien, Tschechien, Slowakei, Bulgarien etc. Höchstgrenzen für Bargeldzahlungen, die zwischen 1.000 und 2.500 € liegen.

Nunmehr fordern aber immer mehr Ökonomen die Abschaffung von Münzen und Scheinen. Dabei geht es allerdings vordergründig um den Kampf gegen Terrorismus, Kriminalität und Steuerhinterziehung, wie von der Politik behauptet. Tatsächlich ist es aber naiv zu glauben, dass organisierte Kriminalität von Bargeld abhängt. Es müssten auch Gold, Silber, Sammler- und Kunstobjekte verboten werden.

Vielmehr geht es einerseits um die absolute Kontrolle der Bevölkerung, andererseits in einem Umfeld stark ausufernder Staatsverschuldungen mit einfachen Mitteln Negativzinsen durchsetzen zu können und damit das Sparverhalten manipulieren zu können. Droht eine Konjunktur zu überhitzen, werden die Guthabenzinsen angehoben um die Bevölkerung zum Sparen zu animieren – der Konsum sinkt. Lahmt die Konjunktur, werden die Guthabenzinsen gesenkt oder sogar ins Minus geführt, wird die Bevölkerung zum Konsum gezwungen.

Da die Inflationsrate über den Guthabenzinsen liegt bedeutet dieses, dass das Sparvermögen laufend weniger wert wird und sich der Staat letztendlich damit entschuldet. Haben wir alle mit Interesse nach Zypern gesehen, wo sich der Staat an den Konten der Bevölkerung bedient hat, war dieses ein einmaliger Eingriff, der durch höhere Zinsen mittelfristig kompensiert wurde.

Sehen die Zyprioten in unsere Richtung, sehen sie einen laufenden Prozess, der eine langfristige, aber dafür vollständige Geldvernichtung beschreibt.

Wenn man sich mit dem Bargeldverbot auseinandersetzt, muss man zunächst einige grundliegende Dinge klären. Man unterscheidet zwei Arten von Geld:

  • Gesetzliche Zahlungsmittel – ausgegeben von der Bundesbank in Form von Münzen und Scheine
  • Elektronisches Giralgeld (Buchgeld) – wird von Geschäftsbanken durch Kreditvergabe erzeugt.

Nur 20% unserer Geldmenge ist Zentralbankgeld, rund 80 % ist Giralgeld. Das bedeutet konkret, dass von 100 EUR Geldmenge im Markt nur 20 EUR in Münzen und Scheinen existieren. Die restlichen 80 EUR sind ein Versprechen auf Auszahlung von Zentralbankgeld von den Geschäftsbanken.

 

Was passiert, wenn viele Menschen gleichzeitig Geld abheben wollen?

Am aktuellen Beispiel Griechenland, Zypern aber auch England 2008/2009 war zu sehen was passiert, wenn viele Menschen zur gleichen Zeit ihre Barmittel abheben wollen. Lange Menschenschlangen vor den Bargeldautomaten und Bankschaltern, die panikartig ihr Geld abheben wollen, das den Banken aber leider nicht zur Verfügung steht. Grundsätzlich gibt es in Deutschland keinen Anspruch auf Auszahlung.

Dieses Szenario wäre für Banken ein Supergau und deswegen sind auch Banken für das Bargeldverbot, die Abschaffung von Bargeld. Diese argumentieren, dass alle Bargeldaktionen sei es Einzahlung und Auszahlung personalintensiv ist und damit hohe Kosten verursacht, nicht zu vergessen auch die teuere Lagerung mit allen notwendigen Sicherheitsvorkehrungen.

 

Bargeldverbot und seine Konsequenzen

Aber was ist der tatsächliche Hintergrund vom Bargeldverbot, von dem sich zahlreiche Fachleute einig sind, dass es in absehbarer Zeit kommen wird? Es geht einerseits um die Sanierung des Staatshaushaltes und der uneingeschränkten Kontrolle aller Bürger. Erschreckend in diesem Zusammenhang sind die Bemühungen die international mit der Sicherheit über biometrische Daten angestellt werden.

Szenarien die bislang unmöglich erschienen, geraten damit in greifbare Nähe. Ein alkoholsüchtiger oder fettleibiger Mensch könnte damit im Supermarkt leicht zu alkoholfreien oder fettarmen Produkten reglementiert werden. Am Ende kann der Staat über das Bargeldverbot per Knopfdruck jedem unliebsamen Mitbürger die Existenzgrundlage entziehen und hat damit die absolute Kontrolle – im Namen der Terrorismusbekämpfung.

Aber in welchem Zusammenhang steht der Kredit von Privat mit dem Bargeldverbot?

Das Kreditwesen ist bislang eine Domäne und ein einträgliches Geschäft der Kreditinstitute. Grundsätzlich ist das gewerbsmäßige oder regelmäßige Verleihen von Geld über das Kreditwesengesetz reglementiert und Banken vorbehalten. Wer trotzdem regelmäßig Geld verleiht mach sich ohne eine entsprechende Bankenlizenz strafbar.

Wird Bargeld abgeschafft und der Staat erreicht über jeglichen Kapitalverkehr die totale Kontrolle, wird auch der Kredit von Privat, der bislang unter Privatleuten vereinbart und durchgeführt wurde, sehr zum Vorteil der Banken ausgetrocknet.